Schwabentanz aus Texing

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Ausgangsstellung

Bei kleinen Tanzunterhaltungen am Bauernhof sammelten sich 5 bis maximal 10 Paare in der ‌Stube. Alle saßen verstreut im Raum, nur der Vortänzer nicht.

Tanzbeschreibung

Erstes Durchspiel

Schwabent1.gif

Melodie I (2/4-Takt): Der Vortänzer sucht sich eine Tänzerin, nimmt mit seiner rechten ihre linke Hand und geht mit ihr im Uhrzeigersinn (gegen die übliche Tanzrichtung) auf der Tanzfläche herum. Während des Singens sucht sich die Tänzerin einen Tänzer aus, der sich hinten anhängt. Alle Tanzenden singen das Tanzlied I.

Melodie II (3/4-Takt): Der Vortänzer hebt seine rechte Hand und dreht sich unter den gefassten Händen einmal nach rechts durch. Anschließend läuft der mit Laufschritten weiter im Uhrzeigersinn durch das Tor zwischen seiner Tänzerin und dem angehängten Tänzer durch. Es entsteht eine Spirale, man singt dabei das Tanzlied. Es wird so lange gesungen, bis die Figur fertig ist. Anschließend geht die Kette im Tanzkreis im Uhrzeigersinn weiter.

Zweites Durchspiel

Melodie I (2/4-Takt): Beim nächsten Durchspiel hängt sich eine neu ausgesuchte Tänzerin an.

Schwabent2.gif

Melodie II (3/4-Takt): Der Vortänzer hebt seine rechte Hand und dreht sich unter den gefassten Händen einmal nach rechts durch. Anschließend läuft der mit Laufschritten weiter im Uhrzeigersinn durch das Tor zwischen seiner Tänzerin und dem angehängten Tänzer durch. Bei der nächsten Runde läuft er beim nächsten Tor durch (zwischen 2. Tänzer und 2. Tänzerin). Anschließend bewegt sich die Kette im Tanzkreis im Uhrzeigersinn weiter.

Weitere Durchspiele

Dieser Vorgang wird nach jedem neuen Durchspiel um eine Runde erweitert. Das Tanzlied im 3/4-Takt wird jedes Mal so lange wiederholt, bis sich alle in der Kette im Tanzkreis befinden.

Zum Tanz

Ludwig Berghold schreibt: Um das Jahr 1981 wurde Herrn Konrad Hackner ein Schwabentanz von seinem Göd Leopold Schakerl, geb. 1911 in Texing, mitgeteilt. Dieser hat den Tanz von seinem Vater Peter Schakerl, geb. 1879 in Texing überliefert bekommen. Dessen Vater ist in Schwarzenbach geboren.

Man nimmt daher an, dass der Tanz bereits weit vor dem 1. Weltkrieg existiert haben muss. Leopold Schakerl hat ihn bei geselligen Unterhaltungen (z.B. Dreschertanz, öfter mit Maschkara, selten bei Hochzeiten) selbst praktiziert. Der Schwabentanz wurde bei verschiedenen kleinen Tanzgelegenheiten in Texing und im Pielachtal zwischen 1928 und 1938 gepflegt. Nach dem 2. Weltkrieg war er in der Unterhaltungsszene nicht mehr zu finden.

Der Tanz wurde nie ohne instrumentale Begleitung getanzt, die Musik stammt ebenfalls vom Überlieferer. Konrad Hackner sang sie dem Musikanten Karl Stöckl aus Rabenstein vor, welcher sie niedergeschrieben hat.

Quellen

  • Überliefert von Konrad Hackner
  • Aufgezeichnet von Ludwig Berghold am 21. April 2022

Noten

Siehe auch