Kategorie:Kontratanz in Reihen

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Dies sind wahrscheinlich die ältesten Kontratanzformen (auch Kontertanzformen) im deutschen Raum.

Dazu gehören vor allem Anglaise (Englisch) und Eccosaise (Schottisch).

Aufstellung

Die Paare stehen hintereinander, eingeteilt in Gruppen zu drei oder vier Paaren. Links die Reihe der Tänzer, rechts die Reihe der Tänzerinnen.

Geschichte

Am Anfang wurden sie mit „Englische Tänze“, „Englische“ und etwas später auch mit „Contre“ bezeichnet. Der Name „Anglaise“ kam vermutlich erst im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts von Frankreich nach Deutschland.

L. Bonin schreibt 1712: „In den Englischen Täntzen gehet die Tour so, daß der erste bald der letzte und der letzte der erste; da ist auf keinen Rang achtung zu geben.“ G. Taubert schreibt 1717: sie seien „so wol lustig zu tantzen, als lieblich anzusehen, fast allgemein rezipieret“.

Eine 1758 veröffentlichte Kontertanzanleitung aus Süddeutschland zeigt, dass damals schon deutsche Tanzelemente eingefügt wurden. In fast jedem Tanz erscheint mindestens eine Tour, in welcher vorgeschrieben wird, durch die Gasse „teutsch zu tanzen“, „teutsch zu drehen“ oder zu „schlupfen“ und „die Bayrischen oder Teutschen Schritte“ zu gebrauchen.

1760 kam in Paris die „Ecosaise“ in Mode. Um 1860 erschien sie in Deutschland und verdränte auch hier die in Tempo und Schrittbewegung langsamere Anglaise. Aus einer Tour der Ecossaise entwickelte sich schon bald nach ihrem Erscheinen der Ecossaisen-Walzer oder Schottisch, wie er etwas später genannt wurde. Das Drehen durch die Gasse anstelle der sonst üblichen Vorwärtsbewegung war aber schon wesentlich früher in der Anglaise vorhanden.

Um 1830 verschwand die Ecosaise aus den Ballsälen und wurde durch Paartänze verdrängt. Auf dem Land, besonders in Niederdeutschland, blieben aber vereinzelt Kontratänze in Reihen erhalten.

Quellen

  • Aenne Goldschmidt, Handbuch des deutschen Volkstanzes, Berlin Ost, DDR, 1970
  • Ludwig Berghold, Tangrammatik zum österreichischen Volkstanz, Atzenbrugg 2000